Es ist Sonntag, der 1. Advent. Wir stehen direkt an einem Strand, in Moncofar, kurz vor Valencia. Es ist ein kleines Städtchen, das mal groß werden wollte/sollte.
Eine einheimische ältere Dame, die lange Zeit in München gelebt hat, hat es uns erzählt. Es gibt hier nämlich sehr merkwürdige Viertel. Dort sind die Gehwege gepflastert, es liegt Strom und Wasser und auch Verkehrsschilder gibt es. Aber sonst nichts. Die Straßen sind noch Erde oder Schotter und alles ist überwuchert und die angepflanzten Palmen sind riesig. Ein Gelände, dass wahrscheinlich mal ein Supermarkt mit Tiefgarage werden sollte, sieht aus wie ein Schwimmbad, aus dem lauter Eisenträger heraus schauen. Eigentlich sollte es mal ein mondänes Viertel mit Hafen für die Reichen werden, sagte sie, aber dann kam die große Finanzkrise 2008 in Spanien, seitdem gibt es diesen Stillstand.
Seit Tagen haben wir Traumwetter, knappe 20 Grad, Sonne satt. Wir fahren Fahrrad und seit gestern stehen wir direkt am Strand, haben das erste Mal unsere Gartenstühle raus geholt. Vorher sind wir oft erst im Dunkeln an Stellplätzen angekommen. Dann arbeiten wir, z.B. an der Plattform für Berater. (Das ist das Projekt, dass wir mit Ian aus Dublin angefangen hatten und jetzt alleine weiterbewegen). Es gibt sehr viele Mobilisten hier, ich vermute, dass viele Rentner sind, aber noch haben wir keine persönlich kennengelernt, denn die meisten stehen dicht an dicht auf Campingplätzen, das vermeiden wir, wenn es geht. Und in Spanien gibt es fast in jedem Ort eine öffentliche Ver-und Entsorgungsstelle und den Strom liefert die Batterie, solange wir immer wieder ein Stück fahren.
Das Fahrradfahren ist richtig wichtig für uns, wir haben schon den ein oder anderen „Lagerkoller“ gehabt. Aber heute, mit viel Bewegung, ist der Tag einfach großartig. Jetzt ist es 17 Uhr, wir packen gleich die Stühle und die Fahrräder ein und fahren noch ein Stück Richtung Alicante. Hier ist Regen gemeldet für die nächsten Tage, weiter südlich nicht.




