Unsere Straßenkarte ist erstens nicht aktuell, und zweitens ist der Maßstab groß, so dass sie nicht wirklich eine Aussage über die Straßen macht, sie dient nur der groben Orientierung. Daher müssen wir auch immer googlemaps nutzen, aber dort bekommt man keine Infos über den Zustand der Straße. Einige Hauptverbindungsstraßen oder landschaftlich interessante Strecken finde ich schon mal in Marokko-Reise- Foren, aber eben nicht zu allen Strecken etwas. So gehen wir das Abenteuer ein, eine kleine, unbenannte Straße als Verbindung zu der eigentlichen Straße zu fahren, zu der wir wollen – sollte sie unbefestigt sein, können wir ja immer noch umdrehen. Zunächst heißt es, den Motor kräftig durchzupusten, was augenscheinlich hilft. Die kommende Tankstelle „gefällt“ Eckhard nicht, und unser Sprit sollte auch noch bis zu der nächsten, die google anzeigt, reichen. So biegen wir nach wenigen Kilometern von der N12 ab und siehe da, wir haben eine ziemlich gute Straße vor uns.

Die Landschaft, durch die wir jetzt fahren, treibt mir die Tränen in die Augen. Kahle, schroffe Berge, kaum Bewuchs. Ich weiß nicht, was mich daran so berührt, aber ich hatte dieses Erlebnis ja schon mal vom Flugzeug aus auf dem Weg nach Neuseeland, da war es wahrscheinlich auf der Höhe von Iran. Jedenfalls liebe ich diese Steinwüsten sehr.


Und alles geht gut, nach einer Stunde sind wir wieder auf einer R-Straße. Nur dass das nicht wirklich besser ist, denn hier haben wir immer wieder Gegenverkehr und der Asphalt ist nicht breit genug für zwei Fahrzeuge. Einige entgegenkommende Fahrer sind überhaupt nicht erfreut, wenn wir NICHT auf den unbefestigten Straßenrand fahren!
Als nächstes steht Tanken und Mittagspause auf dem Plan. Wir haben noch Sprit für ca. 100km im Tank. In einem sehr kleinen Ort nahe Icht, was auch nicht besonders groß ist, ist eine Tankstelle eingetragen. Aber auch beim zweiten umrunden des Blocks finden wir sie nicht. Also nachfragen. Nein, in diesem Ort gibt es keine und wo die nächste ist kann uns der Mensch auch nicht sagen. Laut google sind es 68km bis zur nächsten Tanke, aber darauf wollen wir uns nicht verlassen, also fragen wir die Polizisten, die ja überall Straßenkontrollen machen. Laut Eckhard sagt der Polizist, 15km wieder zurück. „Bist du ganz sicher, dass er das so gesagt hat?“ ist meine BERECHTIGTE Frage, denn mit den französischen Zahlen hat Eckhard es nicht so. „Ja, Ja, ganz sicher“. „Aber dann hätten wir doch an dieser vorbeifahren müssen?“ “ Sind wir auch, ich habe sie gesehen“, sagt Eckhard, „da wo das andere Wohnmobil stand.“ „Da war keine Tanke, da bin Ich mir sicher, und außerdem ist das viel weiter zurück als 15km.“
So zanken wir hin und her, und siehe da, nach genau 15km kommt eine Tankstelle, die wir beide nicht gesehen hatten. Es sind zwei Zapfsäulen und sonst nichts. Im Vergleich dazu, war die allererste, an der wir morgens wegen Nichtgefallen vorbei gefahren sind, eine mit Luxusausstattung! Zum Glück haben wir noch genügend Bargeld, denn mit Karte geht gar nichts.
Wir machen erst mal Mittagspause, entschuldigen uns beieinander für unser Angezicke und überlegen, wie wir jetzt weiterfahren. Eigentlich wollten wir weiter in Richtung Wüste, und dann weiter im Osten über den Anti-Atlas fahren. Aber Eckhard würde lieber jetzt schon mal testen, wie sich unser Auto bergauf verhält, und so beschließen wir, direkt Richtung Norden zu fahren bis nach Tafraoute. Diesmal ziehen wir vom Straßenzustand das ganz große Los. Eine niegelnagel Neue, ZWEIspurige Straße und wir sind fast alleine! Wir genießen den Ausblick und diese fantastische Landschaft.



15Km vor unserem eigentlichen Ziel gibt es in einer kleinen Ortschaft einen Campingplatz und wir beschließen, dort zu bleiben. Für zwei Tage haben wir den Platz ganz für uns alleine, Eckhard kuriert seine Erkältung aus, wir machen einen Spaziergang durchs Dorf.




Hallo hier ist Maren ich verfolge euren Blog mit viel Freude… Ich war auch schon einmal in Marokko , es ist super spannend zu sehen wie anders es dort ist, ich würde mich freuen wenn ihr noch viel mehr über eure Erlebnisse der Reise berichtet.. Wir hatten zwischendurch schon ganz gutes Wetter und ich habe euren Wagen und den Kaffee in Pansdorf schmerzlich vermisst, doch alles hat seine Zeit😊 Ich grüße euch ganz herzlich, auf eine gute Weiterfahrt .. Maren
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Liebe Maren, danke für die Rückmeldung, es ist schön zu wissen, dass meine Texte ankommen! Grüße nach Pansdorf!
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