3.- 6. Februar

Auf dem Weg zur Autobahn müssen wir wieder über den breiten “Fluss”, gestern sind wir dazu über eine Brücke gefahren, dass wir diesmal hindurch fahren, wussten wir vorher nicht. So sieht das dann aus:

Die Wasserknappheit in Marokko ist so stark, dass in Marrakesch einige Stadtteile schon seit letztem Jahr durch Tankwagen versorgt werden müssen.

Der Atlas hat etwas mehr Schnee als auf der Hinfahrt, aber deutlich “zu wenig”.

Auf halber Strecke wechseln wir, ich fahre zum ersten Mal in Marokko, und dann auch noch nach Marakkesch rein!

Bei Schatzens werden wir herzlich empfangen. Innerhalb eines Monats hat sich der Platz schon stark verändert: es blühen Rosen und durch die Wärme spielt sich vielmehr Leben jetzt auch draußen ab. Auch hier sind es tagsüber 28 Grad.

Nur leider tut das Internet hier immer noch nicht richtig. So ist unser Fokus ,die notwendigen Arbeiten am Auto. Der Haus und Hof Mechaniker wechselt den Öl- und den Luftfilter. Dabei kippt er kurzerhand das restliche Diesel in die Botanik, was in unserem westlichen Umweltbewusstsein eine mittlere Krise auslöst. Genauso wie die immer währenden schwarzen Rauchsäulen im Land, wo offensichtlich der Müll verbrannt wird.

Mit einer jungen Frau aus Lüneburg, die am Bundesumweltamt arbeitet, habe ich ein interessantes Gespräch über die Unterschiede von Marokko und Deutschland, denn unsere Müllsortierung funktioniert ja auch nicht wirklich, außerdem verbrauchen wir immer mehr Plastikverpackung. Aber vor allem sprechen wir über die Arbeits- und Lebensweise der Marokkaner. Am Abend vorher hatte Reinhard Schatz beim der allabendlichen Teezeremonie über den Bau seines Hauses erzählt und wie es ist, mit Marokkanern zu arbeiten, das es nicht einfach ist, zuverlässige Leute zu bekommen.

Man kann den westlichen Arbeitstil und das Leben hier nicht wirklich vergleichen, es ist so anders. Interessant finde ich, dass die statistische Lebenserwartung fast gleich ist zu unserer. Zurück zu dem Mechaniker. Beim Auswechseln der Filter hat er gesehen, dass eine Gumipumpe einen kleinen Riss hat und auch gewechselt werden sollte. Die hatte er aber nicht dabei. Er wusste aber, dass wir an dem Tag noch weiter fahren wollen und so hat er kurzerhand die aus seinem Auto mit unserer getauscht, damit wir los kommen. Zum Abschied gabs dann noch Tomaten aus seinem Garten geschenkt.

So machen wir uns am späteren Vormittag auf in Richtung Meknès, über die Landstraße, wofür wir zwei Tage brauchen werden. Einige Kilometer hinter Marakkesch verändert sich die Landschaft, es wird grün! Sogar die Kreisel haben grün in der Mitte. Der Frühling ist hier im vollen Gange.

Und auf den Bergen kann man auch noch etwas Schnee sehen.

Auf dieser Strecke gibt es keine Campingplätze, aber an einem Restaurant an der Straße kann man laut einem Onlineportal für Wohnmobilfahrer übernachten. Das Restaurant macht einen merkwürdigen Eindruck, aber sie haben einen Praktikanten aus der nächsten größeren Stadt, der sehr gut Englisch spricht und sich für das Chaos entschuldigt. Es ist sehr interessant, wie er spricht, denn er spricht so, wie er auch arabisch sprechen würde, vermuten wir. Mit vielen Segens und guten Wünschen, und dass er alles für uns tun würde. Nach etwas hin und her und auch noch einem Telefonat mit einer Mitarbeiterin, die irgendwo unterwegs ist, entscheiden wir uns doch lieber für Brot mit Avocado und Tomate im Wohnmobil.

Eigentlich ist hier auf den Straßen nachts kein Verkehr, von daher sollte spätestens Mitternacht Ruhe einkehren. Weit gefehlt, die ganze Nacht fahren vorwiegend LKWs und unser Womo steht direkt an der Straße, durch den Luftzug wackelt es auch noch. Aber auch diese Nacht geht vorbei.

Wir fahren weiter über eine große Hochebene und uns kommen viele Schafstransporter entgegen. Viele Kurven, die Schafe wackeln hin und her!

In einem zentralen Ort ist ein großer Markt,

und davor und dahinter gibt es an Kreuzungen “park&ride”,also park deinen Esel, fahr mit dem Auto:

Unser Campingplatz liegt nördlich von Meknès, gerade sind wir von 1500m runter gefahren, da geht es auch schon wieder bergauf. Der Platz liegt etwas außerhalb, der nächste Ort ca. 2 km steil bergauf. Aber nach dem wir den ganzen Tag im Auto gesessen haben, tut Bewegung gut und wir haben fast kein Gemüse mehr. Der Ort ist klein, die Straßen nicht geteert und in der Verkaufsstraße riecht es streng, denn JEDER, wirklich jeder, egal was es sonst noch im Angebot gibt, verkauft Hühner und Schafe, die alle noch leben (und scheißen) und in kleinen Ställen eingeengt stehen. Schnell durch und hintenrum durch den Ort zurück. Was aber auch nicht viel besser ist, denn dort laufen die ungeklärten Abwässer. Aber einen schicken Fußballplatz haben sie. Puh, auch das ist Marokko!

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