Nach zwei Tagen machen wir uns mit dem Womo auf nach Meknès. Wir wollen mal einen “richtigen” Touristentag machen, so mit Sehenswürdigkeiten und so. Aber das Mausoleum von Moulay Ismail ist wegen Renovierung geschlossen. Also auf zum Tor Bab Mansour. Aber wo ist das? Wir laufen erst mal dran vorbei, weil wir zur falschen Seite schauen, auf den Platz mit den Gauklern, den es dort auch gibt. Aber dann sehen wir es doch:


Ehrlich, auf den Bildern wirkt es viel monumentaler als in Wirklichkeit. Naja, wir gehen erstmal einen Tee bzw. Kaffee trinken auf einer der Dachterrassen und schauen uns alles von oben an. Es ist früher nachmittag und noch nicht viel los. Auf dem Platz fährt ein Bettler im Rollstuhl und trägt eine Jacke von dhl.

Es gibt interessante Essenstände, die ihr Feuer schon angefacht hatten und dort nehmen wir einen Imbiss.

Die Idee mit den historischen Sehenswürdigkeiten streichen wir kurzerhand und entscheiden uns für eine “Shoppingtour” durch den Souk, ich will noch mal zu einem Gewürzhändler und noch Geschenke einkaufen. Es dauert, bis wir uns zu dem historischen Teil des Marktes durchgekämpft haben, die Straßen und Wege sind vollgestopft mit billigem Klamottenkram. Irgendjemand muss den jungen Marokkanerinnen gesagt haben, das es total angesagt ist, in rosa Schlafanzügen mit Micky-Maus-Aufdruck und Plüsch-Hausschuhen herum zulaufen, am besten noch ein Bademantel mit Ohren drüber. Wirklich, wir haben schon viele gesehen! Und eben dieses Zeugs gibt es auf dem Markt zu kaufen.
Aber dann werden wir fündig und ich erstehe allerfeinste Gewürze für meinen Kuchen. Wir können uns fast nur mit Händen und Füssen verständigen, aber am Ende besteht er darauf, dass wir Fotos machen.

Wir laufen weiter durch die Handwerksgassen und da unser Wohnmobil in der Stadt steht, können wir auch bleiben, als es schon dunkel wird. Durch die Medina, dort werden die reichlich verzierten und bestickten Gewänder hergestellt und es gibt unglaubliche Läden mit Garn.

Erschöpft landen wir im Auto, stehen mitten in der Stadt und es ist wunderbar still ab Mitternacht.

Inzwischen stehen wir zwei Tage auf einem Bauernhof zwischen Meknès und Fès. Lauter junge Leute, die hier work and travel machen. Der Besitzer ist leider nicht da und auch der Verwalter kam erst heute abend hier an. Mal sehen, ob wir morgen hier noch bleiben oder doch schon nach Fès fahren.
In etwa einer Woche wollen wir auf der Fähre sein. Jetzt geht tages-genaue Planung los. Da kommt ein Gefühl von “Ende” auf. Aber wovon? Unser Leben geht (erst mal) so weiter – im Wohnmobil. Nur unsere Zeit in Marokko geht zu Ende. Wir werden die Tage hier noch genießen!