
Es schneit! Wie kamen wir aber auch nur auf die Idee, die N88 durch Frankreich zu fahren und auf über 1200m zu landen. Den Satz in einem blog, dass die Strecke auch über Berge geht, haben wir beide überlesen. Dazu mussten wir auch noch im Dunkeln weiter durch die Berge fahren, denn unsere Batterie hatte sich nicht aufgeladen und die Heizung braucht neben Gas auch noch Strom. So kamen wir im Stockdunkeln auf einem Stellplatz an, dann stürmte es auch noch kräftig und heute morgen war alles weiß.
Wir erwischen uns bei dem Gedanken, dass wir morgen wieder auch außerhalb des Wohnmobils leben können, wie gewohnt. Das wird aber noch eine Weile dauern. Jammern über das Wetter haben wir uns verboten. Daher erzähle ich lieber noch von Karneval und Frühling in Spanien. Beides haben wir dort nämlich auch getroffen, so wie ich es mir gewünscht hatte.

Freitag ist Konfetti-Party. Wir machen noch einen Spaziergang in den Ort Hospitalet de el`infant – so heißt dieser Ort. Auf dem kleinen Dorfzentrum läuft laute Musik, aber kein Mensch weit und breit. Dann gibt es drei Plateaus, auf diesen liegen Säcke und Laubbläser. In einem Geschäft hängt ein Plakat, unser Spanisch reicht soweit, dass wir verstehen, um 17 Uhr soll es eine Karnevalsveranstaltung für Kinder geben. Jetzt ist es 10 vor fünf, niemand ist da. Also drehen wir noch eine Runde. Als wir zurück kommen, füllt sich der Platz langsam mit kleinen Prinzessinnen, Spider-Männern und sogar ein Nemo ist dabei, der gerade so laufen kann. Und tatsächlich, nicht Punkt 17 Uhr, aber höchstens 15 Minuten später wird die Veranstaltung mit einer kleinen Kapelle eröffnet. Und es fliegt Kiloweise Konfetti durch die Gegend. Daher waren auch alle Straßengitter abgeklebt.
Es gibt im Gegensatz zu Karneval in Deutschland keine Bonbons, Kamelle oder sonstiges, einfach nur Konfetti. Aber alle haben einen Riesenspaß, und es geht darum, möglichst viel Konfetti auf andere zu werfen. Daher halten wir uns eher am Rand auf, denn Konfetti im Womo? Lieber nicht.
Abends gucken wir die Stunksitzung aus Köln und Mainz bleibt Mainz – muss einfach sein :-))
Da wir eines unserer Mitbringsel technisch noch etwas aufrüsten müssen, suchen wir Samstag einen Baumarkt und landen in Tarragona in einem großen Gewerbegebiet mit allen Arten von Geschäften, auch einer Autowerkstatt, die uns den fälligen Ölwechsel noch an diesem Tag erledigt. Super! Abends ist großer Karnevalsumzug in Tarragona, aber er fängt erst Mitternacht an, das ist dann nicht so unser Ding. Lieber fahren wir auf den Stellplatz eines Vorortes, der eine Gaststätte direkt neben an hat und gönnen uns ein frisches Bier. Als wir dort ankommen, sitzen ein paar wenige Menschen am Tresen, der Rest des Lokales liegt im Dunkeln und kühl ist es auch. Wir nehmen an einem Tisch Platz und beschließen, auch hier zu essen. Der Wirt macht Licht und die Heizung an und kurz drauf füllt sich das Lokal mit verkleideten Menschen jeden Alters, die offensichtlich von der örtlichen Karnevalsveranstaltung kommen und alle auch noch essen wollen. Zum Glück hatten wir schon bestellt! Einen rießen Lärm, aber nur über den Fernseher, der eine Comicsendung, wohl für die Kinder zeigt und ansonsten reden ALLE durcheinander. Typische Karnevalsmusik, so wie bei uns, gibt es nicht. Uns fällt auf, dass die Kinder, egal welchen Alters, auch im Hochstuhl, alle an einen Tisch gesetzt werden, dort ihr Essen bekommen und die Erwachsenen an einem anderen Tisch sitzen und die Kids eben essen, wie und was sie essen oder eben nicht. Nur ein Elternpaar meint, Essen in ihre Kinder reinschaufeln zu müssen.
Wir verstehen nichts, denn sie sprechen tatsächlich alle katalonisch. Wir haben auch von Leuten gehört, dass es mittlerweile Bescheide der Behörde manchmal nur noch auf katalonisch gibt, statt wie früher in beiden Sprachen. Das ist für Menschen, die nur spanisch sprechen, ein echtes Problem.
So können wir leider auch den kleinen Ritter nicht verstehen, der sich als einziger an unseren Tisch traut. Also sitzen wir verkleidet als deutsche Touristen, mitten in diesem tohuwabohu und finden es super!
Da wir mitten in einem Wandergebiet stehen und am nächsten Tag die Sonne scheint, wollen wir eine kleine Tour machen. Aber erst finden wir den Weg nicht und dann ist der Weg vom Fluss überspült. So sind wir nach einer Stunde zurück am Womo und beschließen, weiter zu fahren. Unterwegs begegnen uns immer wieder Carnevalswagen, es scheint auch tagsüber Umzüge zu geben.

Eckhard will unbedingt mal Lloret de Mar sehen, ausgerechnet! In Blanes, ein Ort davor, geraten wir sogar noch in den sich auflösenden Umzug, so haben wir auch das noch erlebt. Und dank unser StellplatzApp finden wir mitten in Lloret de Mar ein ruhiges Plätzchen, unglaublich. Nur von ganz fern hört man ab und zu ein paar Feiernde.
Montag sind wir dann über die Grenze nach Frankreich. Noch ein Tag schönes Wetter, den wir aber leider komplett im Auto verbracht haben. Und wie eingangs erwähnt, sind wir jetzt im Winter gelandet.
Mittlerweile stehen wir in Montbéliard, es stürmt und regnet. Morgen werden wir noch Freunde, die wir unterwegs kennengelernt hatten, im hessischen Reinheim besuchen und dann gehts Samstag nach Friedberg.





