30.Dez.-2.Januar

sunat saeida – euch allen ein Frohes Neues Jahr!

Den Begriff haben wir von Ali gelernt. Wir kennen ihn seit Sonntag, als wir in Oualidia, ein Fischerort ca.200km südlich von Casablanca, den Campingplatz nicht gefunden haben. Mit Ali voran auf dem Moped finden wir den Platz ganz leicht. Ali betreibt seit 12 Jahren einen Tajine-Service. Tajjine heißt sowohl das Gericht, als auch der Topf. Er bringt die fertig gekochten Mahlzeiten, die seine Frau zubereitet, zu den Wohnmobilen. Sehr praktisch. Wir bestellen für den nächsten Tag eine mit Fisch. Bei meiner Beschäftigung mit dem Thema „Backen im Wohnmobil“ bin ich drauf gestoßen, dass man auch in der Tajjine backen kann, von daher hatten wir in letzter Zeit schon Ausschau auf Märkten danach gehalten. So bringt Ali mir eine Neue vorbei („wenn Sie wollen, kann ich ihnen alles besorgen“)

Über Ali bekommen wir auch noch mehr Einblick in die Art und Lebensweise der Marokkaner. Klar, er will auch Geschäfte machen, er lebt nun mal von den Touristen. Gerade sehe ich ihn an einem neu angekommenen Wohnmobil stehen. Die Art und Weise, wie er die Leute anspricht, ist sehr offen und herzlich, und natürlich gewinnt es, wenn man auf deutsch angesprochen wird.

Ali hat auch viele Nachbarn, einer davon kann vielleicht unsere defekte Stoßstange reparieren (ist leider wieder aufgeplatzt), da fahren wir morgen hin. Ein andere Nachbar ist Zahnarzt, da war Eckhard am Montag, sein Provisorium hatte sich gelöst. Das war ein Erlebnis der besonderen Art. Im Nachhinein denke ich, waren wir eher in einer „Praxis“ für Kieferorthopädie, ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sie auf diesem Zahnarztstuhl invasive Behandlungen durchführen, ich jedenfalls würde keine vornehmen lassen. Aber für die Reparatur war es ausreichend. Wir hatten sogar einen „richtigen“ Termin, allerdings haben wir trotzdem fast 1,5 Stunden gewartet. Hier gehen die Uhren eben etwas anders. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Wir haben nämlich fast eine Woche mit der „alten“ Winterzeit Marokkos gelebt. Hier wurde 2018 schon die Winterzeit abgeschafft, so dass im Winter die gleiche Uhrzeit ist wie in Deutschland. Nur die Software unserer Handys hat das nicht mitbekommen. Wir haben uns nur gewundert, dass es schon so früh immer dunkel wurde.

Ansonsten sind die Tage gerade ruhig. Unser Alltagsumgang und Ton hat uns nicht gefallen, daher haben wir Beziehungs-Pflege-Zeiten eingeführt, das tut uns sehr gut.

Und nach gut einer Woche haben wir auch das Gefühl, angekommen zu sein.

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