Mandelblumenkohl

50g gemahlene Mandeln(mit Schale) in einer Pfanne ohne Fett rösten, beiseite stellen

Blumenkohl, ich hatte einen sehr großen, daher habe ich nur den halben genommen, waschen und in Röschen brechen

1mittlere Süßkartoffel schälen, würfeln

1 kleine Dose Kokosmilch (200ml) mit 150 Wasser in einen Topf und würzen:

ich hatte Curry, Kurkuma, etwa einen EL Gemüsebrühe, Cumin, Salz

Darin den Blumenkohl und die Süßkartoffel garen, Achtung, es geht schneller als ich dachte, ca. 10 Minuten. Zum Schluss die gerösteten Mandeln unterheben.

13.-14.Dezember

Wir beschließen, vor dem Frühstück einen Spaziergang auf der Promenade zu machen und irgendwo einen Kaffee zu trinken. Auf unserem Übernachtungsparkplatz gibt es auch ein Büdchen. Dort machen sie Churros. Das ist ein spanisches Fettgebäck.

Man taucht sie in die klassische heiße spanische Schokolade, die dicker ist als Kakao.

Leider habe ich kein Foto gemacht, daher versuche ich euch das Bild zu beschreiben. in der Mitte des Kiosks steht ein 70x70cm großer Topf mit heißem Fett, in das der Verkäufer den Teig aus einer Presse rein laufen lässt und nach 10cm wieder abschneidet. Seinen letzten Zahn präsentiert er stolz, denn er kann Guten Tag und Danke und Auf Wiedersehen auf deutsch sagen. Und weil ich so begeistert bin, bekomme ich noch das hier extra:

Bisher hatte ich auf dieses klassische spanische Frühstück verzichtet, da ich befürchtete, dass den Rest des Tages die Churros mit mir weitersprechen. Aber mir sind sie wunderbar bekommen. Allerdings drehen wir danach noch eine Runde, das Gericht ist eben sehr gehaltvoll.

Die kommende Woche wollen wir an der Atlantikküste verbringen und so umrunden wir die Südspitze Spaniens, in den Wolken

In Tarifa haben wir wieder Sicht und auf dem ersten freien Platz sehe ich ein großes grünes Fahrzeug leuchten, dass mir sehr bekannt vorkommt. Für mich sogar ist es richtig “berühmt”, denn es ist “Herman”, ein Allrad-Wohnmobil. Ein Paar lebt seit fünf Jahren mobil und sie schreiben einen ausführlichen blog, auch über ihre Reisen nach Marokko. Daraus hatte ich mir in den letzten Wochen viele Infos für unsere Reise geholt. Ich bin richtig aufgeregt, sie persönlich zu treffen, lustig!

Eckhard spricht kurz mit Micha, bis ich mich aus dem Auto traue ist er schon wieder verschwunden. Naja. Ich habe ein Foto und Emailkontakt. Die Digitalnomaden leben eben von und mit dem Internet. Hier in Spanien ist die Abdeckung auch soviel besser als in Deutschland, da sind wir ja bekanntlich noch Entwicklungsland.

Mein Fairphone ist immer noch kaputt, die Firma braucht eine Adresse, an die sie es schicken kann. Also brauchen wir einen Campingplatz, an den wir es liefern lassen können. In Barbate gibt es einen kleinen, von Briten geführt. Den fahren wir an und der Besitzer Gerry ist sehr hilfsbereit, wir dürfen die Adresse verwenden. Leider hat Fairphone schon um 17:30 Feierabend, so dass wir alles weitere erst Montag klären können. Wir beschließen, eine Nacht zu bleiben. Vorher fahren wir noch einkaufen.

Und gehen zum ersten Mal in einen Aldi in Spanien. Aldi und Lidl sind hier sehr präsent, bisher haben wir aber die spanischen Läden vorgezogen.

Das ist vielleicht merkwürdig. Der Aldi hier ist genauso aufgebaut wie in Deutschland, es gibt zum Teil das deutsche Sortiment, zum Teil eben spanische Dinge. Ganz verrückt ist es bei den Weihnachtsartikeln, sie haben “Weihnachtsmänner”, die heißen so und Adventskalender, aber auch das spanische Weihnachtssortiment “polvorones” , das ist pulvriges Mandelkonfekt und “turron”, Mandelnougat, jede Region stellt ein anderes her.

Und Aldi hat hier ein größeres Bio-Sortiment, wir verfallen in einen kurzen Kaufrausch:) Da gibt es ganz lustige Kombinationen deutsch/spanisch

Der Campinglatz liegt direkt an einer Straße, was uns nicht weiter beunruhigt hat, bisher wurde es nachts immer sehr leise. Vielleicht liegt es am Wochentag, es ist Freitag, aber fast die ganze Nacht fahren Autos, entsprechend unruhig schlafen wir. Dafür nutzen wir die Gelegenheit, am nächsten Morgen einen ausführlichen Strandspaziergang zu machen, herrlich!

Wir waren 2005 und 2006 ja schon mal in Andalusien, zu meiner Flamenco-Zeit. Einiges kennen wir, vieles ist unverändert. Es ist nun mal die ärmste Region Spaniens, und da wir diesmal mit dem Auto durchgefahren sind, von Katalonien über Valencia, bemerken wir die Unterschiede deutlicher. Der Boden ist karg, entsprechend kaum Landwirtschaft. Allerdings gibt es hier noch Tourismus, der jetzt Saison hat. Die Kiter und Surfer sind da. So fahren wir durch ein Stranddorf, in dem es ein bisschen aussieht, wie in einem Skidorf. Lauter Holzhütten und Menschen mit Wollmützen. Nur das sie oft kurze Hosen anhaben und keinen Glühwein trinken.

Die Straße ist eine Sackgasse und am Ende wird es ruhig, nur der Atlantik rauscht.

Wir wünschen euch einen schönen dritten Advent, dazu passend, die hier typische Weihnachtsbeleuchtung.

10.- 12. Dezember

Nach einer Woche auf dem Campingplatz in Castell de Ferro sind wir Dienstagabend losgefahren. Mit herzlichen Verabschiedungen, von Franzosen klassisch mit Küsschen rechts und links.

Eckhard hatte die Plattform online gestellt und einigen seiner beruflichen Kontakten bekannt gemacht. Ein neuer Schritt, die Zeit auf dem Platz war eindeutig zu Ende. Aber wir kommen auf dem Rückweg wieder hier vorbei, wir haben nämlich unsere deutsche Gasflasche da gelassen, da im Womo nur Platz für zwei Gasflaschen ist und wir in Marokko das französische Modell brauchen.

Es ist wieder Championsleague, sollen wir Biertrinken gehen und Barca anschauen? Wir entscheiden uns dagegen, stehen am Rande von Torre del Mar und haben ein gute Nacht.

Ich beschäftige mich weiter mit der Frage, wie könnte ich im Wohnmobil denn backen? In Torre gibt es einen deutschen Supermarkt, ich besorge mir mal Hefe, falls wir den Omnia-Backofen (das ist der für auf dem Gasherd) doch noch bekommen. In Malaga fahren wir zu zwei Wohnmobilhändlern, die auch Zubehör haben. Das beschränkt sich aber nur aufs nötigste, den Rest gibt es nur aus dem Katalog.

Wir liebäugeln mit einer Solaranlage, um noch unabhängiger zu sein. Ein erster Schritt dazu ist, den Stromverbrauch zu reduzieren. So wollen wir alle Lampen im Womo auf LED umstellen, doch auch dazu werden wir beim Campingzubehör nicht fündig. Aber es gibt einen großen Bricomat, das sind ECHTE Baumärkte, keine Gemischtwarenhandlungen. So geht dann der Vormittag dahin…. Wir entscheiden uns, (noch) keine Solaranlage zu kaufen, aber die Lampen sind sehr günstig dort.

Weiter geht es die Costa del Sol entlang, eine Hotelanlage an der anderen, Palmenbesäumte Promenaden – und irgendwie auch ganz schön. Wenn ich alles lieben kann, sind viele Dinge einfach nur schön. Malaga, Torremolinos und dann Fuengirola. Der große Marktplatz dort wird von vielen, vor allen skandinavischen Wohnmobilisten genutzt, was die Stadtverwaltung wohl duldet.

Aber wo ist dieser Platz? Ich habe scheinbar die falschen Koordinaten eingegeben und Eckhard sieht gerade noch so, dass die Straße, in die ich ihn schicken will, für Fahrzeuge über 5m Länge gesperrt ist. Stattdessen fahren wir dann zweimal durch die Geschäftsstraße und können so den spanischen Vorweihnachtsrummel bewundern. Schließlich finden wir den Platz doch noch, machen einen kurzen Spaziergang und gönnen uns eine Pizza im Hafen. Die Nacht ist laut und unruhig, Eckhard misst die Rundenzeiten der Rollerfahrer.

Der Donnerstag ist Arbeitstag, wir bleiben erst mal auf dem Platz stehen, erst am späteren Nachmittag fahren wir weiter. Je weiter südlich wir kommen, desto weniger Entsorgungsstellen findet man, deswegen fahren wir die nächste an. Mit fünf Euro ist es echt ein stolzer Preis, aber der Besitzer ist nett und hilfsbereit.

Langsam wird es dunkel und wir brauchen noch einen Übernachtungsplatz. Auf der Karte finde ich etwas abseits ein Dorf mit einem Fußballplatz. Sportplätze haben meistens auch einen Parkplatz, also fahren wir hin. Dumm nur, dass gleich neben der Schnellstraße die Berge beginnen und wir in einem Bergdorf landen. Die Straßen werden immer enger, links der Kirchplatz und rechts eine Einbahnstraße. Das ganze bei einem Gefälle von mehr als 6%. Als erstes Mal, Nerven bewahren. Es kommen auch gleich Menschen, die uns helfen wollen. Wir sollen „einfach“ umdrehen und zurück fahren. Das klappt auch, und wer begegnet uns da? Der BOFROST-Mann!!! („Der BOFROST-Mann, der BOFROST-Mann, wir dachten, den gibts gar nicht mehr“ schöne Grüße an alle Toten-Hosen-Fans und ganz besonders an Helena link). Unsere Stimmung ist gerettet, auf den Sportplatz verzichten wir und sind froh, nach ein paar Kurven wieder unten zu sein. San Lois de Sabinillas wir unser Übernachtungsort, auf einem städtischen Parkplatz.

10.Dezember

Heute gibt es technische Neuigkeiten. Wir haben gestern abend unseren blog verändert und eine neue Kategorie eingeführt. Es gibt jetzt Rezepte aus dem Wohnmobil! Das Essen gestern abend war wieder so lecker, dass wir euch daran teilhaben lassen wollen. So habe ich ein Rezept geschrieben und ein Foto gemacht.

Es gibt jetzt eine Startseite, den blog und Rezepte, ich hoffe, ihr findet euch zurecht.

Und vielleicht habt ihr ja Spaß beim Nachkochen

Lauchindisch

½ Paket geräucherter Tofu ( ich hatte noch eine Packung “black forest” von Taifun)

kleingeschnitten in Olivenöl anbraten (das “gute” aus Italien!!)

eine sehr große Lauchstange in feine Ringe schneiden und davon die Hälfte, so dass sowohl weißes wie grünes dabei ist und gut anschwitzen.

Dann kräftig würzen mit Kurkuma, einem gelben Curry, etwas gemahlenem Chilli, Cumin(Kreuzkümmel) und alles mit anschwitzen.

Mit einem Schuß Hafermilch und Wasser ablöschen und mit einen Esslöffel groben Erdnußmus andicken, salzen.

Zum Schluss noch etwas frische Mango klein gehackt dazu, circa 3 Esslöffel( den Rest der Mango gibts dann zum Frühstück!

4.-9.Dezember

Heute ist Montag und es ist nötig, ein paar Bürodinge zu erledigen. So sitzt gerade Eckhard mir gegenüber, telefoniert mit verschiedenen Dienststellen und ärgert sich, dass er so Zeug machen muss. Und das bei strahlendem Sonnenschein!! Also Jammern auf hohem Niveau.

Wir stehen immer noch auf dem selben Platz, in Castill de Ferro, ca. 100km östlich vor Malaga. Es ist gerade gut, in unserem Wohnmobil-Leben anzukommen. Das heißt, Arbeit und Urlaub in einem zu haben, keine Trennung mehr. Gar nicht so einfach. Die Sonne scheint und man könnte auch den ganzen Tag in dieser sitzen. Außerdem gibt es auf einem Campingplatz immer was zu schauen oder mit den Nachbarn zu quatschen. Oder sich über eben diese zu ärgern, die, wie gerade, mit ihrem „RIESEN“ Womo sich neben uns stellen. Bloß weil ihre Satellitenschüssel hier besseren Empfang hat, sie Briten sind und die Wahl in England mitverfolgen wollen. So hat das Brexitgedöns DIREKTE Auswirkungen auf uns und den Sonnenplatz vor unserem Womo 😉

Ihr seht, es geht uns gut! Zum Tagesrhythmus gehört auch entweder ein Spaziergang oder Fahrrad fahren, wobei wir jetzt festgestellt haben, dass es in Spanien eine Helmpflicht gibt, außerhalb von geschlossenen Ortschaften, es sei denn, es ist sehr heiß, dann gilt sie nicht. Leider gibt es dazu keine Temperaturangabe. Und auch bei steilen Steigungen braucht man keinen. Heißt das, bergauf keinen Helm und bergab wieder aufsetzen??

Da wir erstens keine haben und zweitens uns das gestern alles zu kompliziert war, sind wir kurzerhand den Berg hoch gelaufen. Auf dem Weg runter gab es dann ein kühles Bier und wie hier üblich, gibt es zum Bier immer eine Kleinigkeit zu essen dazu. Das können einfach Oliven oder Nüsse sein, wir hatten aber auch schon einen Teller voll frittierter Sardinen. Und gestern gab es dann einen Teller der hauseigenen Paella, mit allem drum und dran. Leider habe ich erst ans fotografieren gedacht, als wir fast alles aufgegessen hatten. Eckhard das Fleisch und ich die Meeresfrüchte. Eigentlich nicht alles so mein Ding, aber es war sehr lecker.

Und wir planen die Reise nach Marokko. Wir haben schon alle Arten der Erwiderung dazu hier bekommen. Von jungen Leuten, denen es zu riskant ist über Menschen in unserem Alter, die nur schlechtes erzählt haben und französische Rentner, die letzten Jahr auch schon dort waren und jetzt wieder für drei Monate hinfahren. Er hat uns mit Literatur versorgt, die Eckhard gestern Abend studiert hat. Wir werden das Geschäftsjahr, also die nächsten zwei Wochen in Spanien bleiben und dann übersetzen.

Leider habe ich erst jetzt von einem „Backofen“ für Wohnmobile gelesen, ein Gerät, dass man auf den Gaskocher stellt. Sonst wäre ich hier schon auch in meiner Lieblingstätigkeit zu Gange. Mal sehen, vielleicht finden wir unterwegs auch einen.

2.-3. Dezember

Seit gestern besitze ich eine Straßenkarte. Und ich sage euch, da sieht vieles anders aus als auf google. Wenn ich auf die Papierkarte schaue, verstehe ich überhaupt nicht mehr, warum wir von Moncofar aus den Weg über die Berge Richtung Alicante genommen haben und nicht an der Küste entlang.

Aber so war es. Castalla liegt auf 600m und in der Nacht waren um die 5°. Daher ist klar, am nächsten Tag fahren wir wieder an die Küste.

Abends löst sich eine Zahnkrone bei mir, so dass ich am nächsten Tag einen Zahnarzt brauche. Massentourismus hat auch sein Gutes, in der Nähe von Alicante gibt es auch deutschsprechende Zahnärzte bzw. Helferinnen und so waren wir doch dort ungeplant unterwegs und kamen erst gegen Nachmittag weiter. Nach wie vor wollen wir das starke Regen und Sturmgebiet so schnell wie möglich hinter uns lassen und fahren daher nicht an der Küste entlang, was etwas weiter wäre. Finden mühsam einen Stellplatz hinter einem Supermarkt, die Nacht ist unruhig. Der Wind schüttelt das Womo ganz schön durch. Am nächsten Morgen also so schnell wie möglich wieder weiter.

Unser Ziel soll Cabo de Gato sein, ein Naturpark östlich von Almeria. Aber die Unwetterwarnungen für diesen Ort sind auf rot, daher wollen wir so schnell wie möglich weiter nach Westen. Der Wind bläst stark und Eckhard muss das Lenkrad wirklich sehr fest halten.

Noch haben wir im Auto das Paket mit dem defekten Gasregler, das muss noch zu dhl. In Spanien ist das nicht bei der Post angeschlossen, sondern ein komplett eigenes Unternehmen, dass nur in einigen Städten Annahmestellen hat. So auch eine in Almeria. Also fahren wir von der Autobahn ab und ins Industriegebiet. Wir hatten eine Rücksendeschein per email erhalten und können das Paket dort aufgeben, das funktioniert einwandfrei.

Um die Ecke gibt es eine Bar/Restaurant, in der die Menschen aus den umliegenden Firmen essen gehen. Es gibt typische andalusische Küche und Preise.

Der Wirt empfiehlt uns Migas. Wir sind mutig und bestellen. Das ist altes, eingeweichtes Brot, zerkrümmelt und gebraten. Dazu verschiedene Dinge. Auf meinem Teller ein Stück gebratenen Fisch, gebratenene Blutwurst und Peperoni. Also, der Erfahrungswert ist hoch, aber so richtig lecker ist es nicht. Egal, die Erfahrung zählt :-))

Wir wollen auf jeden Fall noch hinter das Unwetter kommen und bis Motril fahren. Dazu muss man das sogenannte Plastikmeer hinter sich lassen. Es wird so genannt, weil rund um Almeria tausende Quadratkilometer Tomaten, Paprika, Auberginen, Zucchini angebaut werden für ganz Europa – und das unter weißen Plastikplanen. In allen Reiseberichten steht nur, bloß schnell durch! Es weht immer noch stark, sie haben eine Autobahn in die Felsen gefräst und immer wenn man auf eine freie Stelle kommt, muss man das Auto besonders fest halten. Und dazu dieser Anblick von kilometerweisem Plastik.

Einfach schrecklich. Da fragt Eckhard, in Anlehnung an unsere Morgenlektüre, könntest du den Anblick auch lieben? In mir sträubt sich alles. Dieses Zeugs hier steht für mich für Müll, Umweltbelastung und Konsumverhalten, warum müssen Nordeuropäer das ganze Jahr frische Tomaten haben?? Und dann soll ich das lieben? So eine Eso-Scheiße.

Nach einer weile fragt Eckhard, wie werden die Tomaten eigentlich bestäubt? Ich gebe die Frage genau so bei Google ein (auch Google ist ein geniales Werkzeug, danke dafür!) und stoße auf einen Artikel, der ein ganz anderes Licht auf diese Art des Anbaus wirft. Dass es da Menschen gibt, die sich Technologien ausgedacht haben, die z.B. den Wasserverbrauch um 40%reduzieren, die Verpackungsstationen leiser machen und sie sagen, dass sich der konventionelle Anbau immer mehr dem ökologischen in Almeria annähert. (Wer sich für den ganzen Artikel interessiert, hier der link https://www.presseportal.de/pm/136835/4444467) Ich weiß nicht, ob das alles so stimmt, was in dem Artikel steht oder welche Quelle genau sie schreibt, ich bemerke aber, wie sich in mir etwas verändert. Ich kann plötzlich mit anderen Augen auf die Flächen schauen und sie sind nicht mehr so schrecklich. Ich kann auch die schönen Dinge wieder sehen. Wir fahren von der Autopista ab, um noch direkter an der Küste zu fahren. Auch hier, an der Steilküste, stehen überall, wo es irgendwie geht, Anbauflächen mit Plastikplanen. Letztendlich nicht anders als auf La Palma, dort bauen sie Bananen an. Wir finden einen sehr schönen Campingplatz, der uns mit 30€ für die Nacht aber zu teuer ist. Einen Ort weiter stehen wir jetzt auf einem reinen Wohnmobilplatz, für nen 10er. Haben unser Womo ganz alleine gelassen und sind ins Städtchen gelaufen. Und auch die Heizung kann wieder aus bleiben!

28.November bis 1.Dezember

Es ist Sonntag, der 1. Advent. Wir stehen direkt an einem Strand, in Moncofar, kurz vor Valencia. Es ist ein kleines Städtchen, das mal groß werden wollte/sollte.

Eine einheimische ältere Dame, die lange Zeit in München gelebt hat, hat es uns erzählt. Es gibt hier nämlich sehr merkwürdige Viertel. Dort sind die Gehwege gepflastert, es liegt Strom und Wasser und auch Verkehrsschilder gibt es. Aber sonst nichts. Die Straßen sind noch Erde oder Schotter und alles ist überwuchert und die angepflanzten Palmen sind riesig. Ein Gelände, dass wahrscheinlich mal ein Supermarkt mit Tiefgarage werden sollte, sieht aus wie ein Schwimmbad, aus dem lauter Eisenträger heraus schauen. Eigentlich sollte es mal ein mondänes Viertel mit Hafen für die Reichen werden, sagte sie, aber dann kam die große Finanzkrise 2008 in Spanien, seitdem gibt es diesen Stillstand.

Seit Tagen haben wir Traumwetter, knappe 20 Grad, Sonne satt. Wir fahren Fahrrad und seit gestern stehen wir direkt am Strand, haben das erste Mal unsere Gartenstühle raus geholt. Vorher sind wir oft erst im Dunkeln an Stellplätzen angekommen. Dann arbeiten wir, z.B. an der Plattform für Berater. (Das ist das Projekt, dass wir mit Ian aus Dublin angefangen hatten und jetzt alleine weiterbewegen). Es gibt sehr viele Mobilisten hier, ich vermute, dass viele Rentner sind, aber noch haben wir keine persönlich kennengelernt, denn die meisten stehen dicht an dicht auf Campingplätzen, das vermeiden wir, wenn es geht. Und in Spanien gibt es fast in jedem Ort eine öffentliche Ver-und Entsorgungsstelle und den Strom liefert die Batterie, solange wir immer wieder ein Stück fahren.

Das Fahrradfahren ist richtig wichtig für uns, wir haben schon den ein oder anderen „Lagerkoller“ gehabt. Aber heute, mit viel Bewegung, ist der Tag einfach großartig. Jetzt ist es 17 Uhr, wir packen gleich die Stühle und die Fahrräder ein und fahren noch ein Stück Richtung Alicante. Hier ist Regen gemeldet für die nächsten Tage, weiter südlich nicht.

27.November

Es ist alles ganz anders….

Eckhard hatte am Abend noch die spanische Gasflasche anschließen wollen (im Dunkeln!!!, auch wenn die Straßenlaterne sehr hell war und der Hund in der Nachbarschaft einen Riesenradau machte) und das war nicht geglückt.

Heizung brauchen wir zum Glück nicht, aber der Kühlschrank läuft mit Gas und Wasser kochen für Tee und Kaffee geht dann auch nicht. Truma, der Hersteller unserer Anlage hat ein paar Tipps für uns wie wir den Sicherheitsdruckregler doch wieder in Gang bekommen.

Aber ohne Tee und Kaffee startet es sich nicht so gut in Tag, also erst mal zu einem größeren Parkplatz fahren, wo es auch einen Kaffee gibt. Gerade als wir losfahren wollen, macht uns ein Anwohner darauf aufmerksam, dass angeblich die policia municipal da war und uns aufgeschrieben hätte, weil wir „falsch“ herum in der Sackgasse standen. Auch das noch, grrrr.

Dann finden wir keinen Parkplatz, komisch, gestern war da doch noch an jeder Ecke ein McDonalds und heute sind sie alle weg. Aber irgendwann landen wir bei Viena, eine spanische Kaffeehauskette.

Leider lässt sich der Sicherheitsdruckregler nicht dazu bewegen, seinen Dienst zu tun. Das Ding ist nagelneu, in Friedberg erst eingebaut. Also raus damit und wieder das alte rein, kein Problem, wir haben es ja dabei. Aber wo zum Teufel ist es? So ein Wohnmobil hat ja nur begrenzt Stauraum, aber es ist nicht aufzufinden. Wahrscheinlich liegt es doch in Friedberg im Keller in der Kiste.

Wer glaubt, das ganze wäre ohne sich anzugiften von statten gegangen, hat eine sehr hohe Meinung von unserer Transformation, ich muss euch leider enttäuschen, es ging nicht nur nett zu.

Welch Zufall, in dem Ort gibt es eine Wohnmobilwerkstatt, die auch Geräte von Truma verkauft und einbaut. Also dort hin. Mittlerweile ist es Mittag. Auch die von der Werkstatt bekommen es nicht in Gang und ein Originalersatzteil ist erst in einer Woche zu haben. Solange wollen wir dann doch nicht warten. Der Kompromiss: sie besorgen uns ein anderen Druckregler. Der Nachteil davon, während der Fahrt müssen wir das Gas ausstellen, aber damit können wir leben.

Nur ist es kurz vor der Mittagspause und das ganze geht dann erst nach 15 Uhr weiter. Daher streichen wir das Vorhaben, nach Barcelona zu fahren.

undefinedEckhard schaut dem Werkstattmeister über die Schulter.

Gegen 17 Uhr ist unser Womo dann wieder startklar und wir entscheiden, auch am nächsten Tag nicht nach Barcelona zu fahren, sondern weiter zu reisen.

So sehen wir die Stadt nur bei einsetzender Dämmerung von der Stadtautobahn aus und staunen über die waghalsige Fahrweise der Motorroller. Kreuz und quer schlängeln sie sich durch den zähfließenden Verkehr.

Aber Fußball sehen wäre schon schön, was ja auch kein Problem ist, denn in JEDER Bar läuft der Fernseher. Brauchen wir nur einen Standplatz, von dem aus man zu Fuß hin beziehungsweise wichtiger, wieder zurück kommt.

Irgendwie ist es nicht unser Tag, wir gurken durch Sitges, eine sehr schöne Stadt hinter Barcelona und einmal fahren wir uns fast in einer Fußgängerzone fest. Wenn wir was gefunden haben, gibt es ein Verbotsschild für Wohnmobile.

Also weiter fahren. Mittlerweile ist es 20 Uhr und beide sind wir genervt. Eigentlich kann ja nichts passieren, unser Zuhause haben wir immer dabei, notfalls kann man auch auf einem Autobahnparkplatz schlafen. Aber das sind irgendwie nur Trostpreisgedanken.

Wir landen in Cubelles, eine reine Ferienwohnungshäuser-Siedlung, der offizielle Wohnmobilstellplatz direkt an der Bahnlinie. Das kann es doch nicht sein. Aber, siehe da, direkt am Meer gibt es noch drei Bars, die alle aufhaben und Parkplatz direkt vor der Tür.

Pünktlich zum Anpfiff steht das erste frisch gezapfte Bier vor uns! Dass der BVB verliert, ist eine andere Geschichte, die hier aber nicht erzählt wird.

Und so sind wir dann am nächsten Morgen erwacht!

25.-26.November

Wir erwachen bei strahlendem Sonnenschein, die Heizung kann ausbleiben. Nach dem Morgenritual, zu dem jetzt am Wochentag auch Büroarbeiten gehören, starten wir wieder in Richtung Süden mit der Absicht, bis nach Spanien zu fahren.

Hinter Perpignon lockt die Küste und wir machen einen Abstecher nach Port Vendres. Kurzer Spaziergang, ein letzter Cafe au lait mit Croissant in Frankreich. Wir müssen noch die Toilette entsorgen. Der Wohnmobilstellplatz gefällt uns gut und auch der Ort liegt malerisch, so dass wir entschließen, eine Nacht dort zu bleiben. So machen wir noch einen weiteren Spaziergang zur Mole und entdecken, dass es sich ab 17 Uhr, wenn es langsam dunkel wird, hervorragend am Laptop arbeiten lässt. Eigentlich ist es hier doch schön, wir könnten auch ein paar Tage bleiben? Beim Blick auf die Wetterkarte sehen wir, dass sich kühlere Luft aus Norden ankündigt.

Die Nacht ist sehr ruhig, aber am Morgen fährt ein großes Containerschiff in den eher kleinen Hafen und jetzt verstehen wir auch, warum der Ort touristisch weniger attraktiv ist, Restaurants und Hotels teilweise leerstehen und verfallen. Es brummt den ganzen Vormittag. So ist klar, wir fahren weiter.

Vielleicht liegt es am „Brummen“, oder aber daran, dass wir einen Obsttag einlegen, jedenfalls kommen wir nur schwer in Gang. Es ist schon fast 13 Uhr, bis wir losfahren und erst mal in die „falsche“ Richtung. Dabei hatten wir entschieden, dass wir uns nicht verfahren können, es gibt kein definiertes Ziel und so kann es eine „falsche“ Strecke nicht geben.

Schließlich schaffen wir es über die Grenze und wir bewegen uns Richtung Barcelona. Eine Tankstelle suchen mit Propangas von Repsol, Stellplatz finden in einer ruhigen Wohngegend. Wir machen noch einen späten Spaziergang, schauen nach den Zügen nach Barcelona, vielleicht wäre es ja doch interessant in Barcelona zu sein, wenn der BVB spielt?..

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