Wir beschließen, vor dem Frühstück einen Spaziergang auf der Promenade zu machen und irgendwo einen Kaffee zu trinken. Auf unserem Übernachtungsparkplatz gibt es auch ein Büdchen. Dort machen sie Churros. Das ist ein spanisches Fettgebäck.
Man taucht sie in die klassische heiße spanische Schokolade, die dicker ist als Kakao.
Leider habe ich kein Foto gemacht, daher versuche ich euch das Bild zu beschreiben. in der Mitte des Kiosks steht ein 70x70cm großer Topf mit heißem Fett, in das der Verkäufer den Teig aus einer Presse rein laufen lässt und nach 10cm wieder abschneidet. Seinen letzten Zahn präsentiert er stolz, denn er kann Guten Tag und Danke und Auf Wiedersehen auf deutsch sagen. Und weil ich so begeistert bin, bekomme ich noch das hier extra:
Bisher hatte ich auf dieses klassische spanische Frühstück verzichtet, da ich befürchtete, dass den Rest des Tages die Churros mit mir weitersprechen. Aber mir sind sie wunderbar bekommen. Allerdings drehen wir danach noch eine Runde, das Gericht ist eben sehr gehaltvoll.
Die kommende Woche wollen wir an der Atlantikküste verbringen und so umrunden wir die Südspitze Spaniens, in den Wolken
In Tarifa haben wir wieder Sicht und auf dem ersten freien Platz sehe ich ein großes grünes Fahrzeug leuchten, dass mir sehr bekannt vorkommt. Für mich sogar ist es richtig “berühmt”, denn es ist “Herman”, ein Allrad-Wohnmobil.
Ein Paar lebt seit fünf Jahren mobil und sie schreiben einen ausführlichen blog, auch über ihre Reisen nach Marokko. Daraus hatte ich mir in den letzten Wochen viele Infos für unsere Reise geholt. Ich bin richtig aufgeregt, sie persönlich zu treffen, lustig!
Eckhard spricht kurz mit Micha, bis ich mich aus dem Auto traue ist er schon wieder verschwunden. Naja. Ich habe ein Foto und Emailkontakt. Die Digitalnomaden leben eben von und mit dem Internet. Hier in Spanien ist die Abdeckung auch soviel besser als in Deutschland, da sind wir ja bekanntlich noch Entwicklungsland.
Mein Fairphone ist immer noch kaputt, die Firma braucht eine Adresse, an die sie es schicken kann. Also brauchen wir einen Campingplatz, an den wir es liefern lassen können. In Barbate gibt es einen kleinen, von Briten geführt. Den fahren wir an und der Besitzer Gerry ist sehr hilfsbereit, wir dürfen die Adresse verwenden. Leider hat Fairphone schon um 17:30 Feierabend, so dass wir alles weitere erst Montag klären können. Wir beschließen, eine Nacht zu bleiben. Vorher fahren wir noch einkaufen.
Und gehen zum ersten Mal in einen Aldi in Spanien. Aldi und Lidl sind hier sehr präsent, bisher haben wir aber die spanischen Läden vorgezogen.
Das ist vielleicht merkwürdig. Der Aldi hier ist genauso aufgebaut wie in Deutschland, es gibt zum Teil das deutsche Sortiment, zum Teil eben spanische Dinge. Ganz verrückt ist es bei den Weihnachtsartikeln, sie haben “Weihnachtsmänner”, die heißen so und Adventskalender, aber auch das spanische Weihnachtssortiment “polvorones” , das ist pulvriges Mandelkonfekt und “turron”, Mandelnougat, jede Region stellt ein anderes her.
Und Aldi hat hier ein größeres Bio-Sortiment, wir verfallen in einen kurzen Kaufrausch:) Da gibt es ganz lustige Kombinationen deutsch/spanisch
Der Campinglatz liegt direkt an einer Straße, was uns nicht weiter beunruhigt hat, bisher wurde es nachts immer sehr leise. Vielleicht liegt es am Wochentag, es ist Freitag, aber fast die ganze Nacht fahren Autos, entsprechend unruhig schlafen wir. Dafür nutzen wir die Gelegenheit, am nächsten Morgen einen ausführlichen Strandspaziergang zu machen, herrlich!
Wir waren 2005 und 2006 ja schon mal in Andalusien, zu meiner Flamenco-Zeit. Einiges kennen wir, vieles ist unverändert. Es ist nun mal die ärmste Region Spaniens, und da wir diesmal mit dem Auto durchgefahren sind, von Katalonien über Valencia, bemerken wir die Unterschiede deutlicher. Der Boden ist karg, entsprechend kaum Landwirtschaft. Allerdings gibt es hier noch Tourismus, der jetzt Saison hat. Die Kiter und Surfer sind da. So fahren wir durch ein Stranddorf, in dem es ein bisschen aussieht, wie in einem Skidorf. Lauter Holzhütten und Menschen mit Wollmützen. Nur das sie oft kurze Hosen anhaben und keinen Glühwein trinken.
Die Straße ist eine Sackgasse und am Ende wird es ruhig, nur der Atlantik rauscht.
Wir wünschen euch einen schönen dritten Advent, dazu passend, die hier typische Weihnachtsbeleuchtung.