Von Marrakesch aus ist die Frage, ob man Richtung Osten, also in die Wüste fährt, oder Richtung Südwesten, dann kommt man nach Agadir und an die Küste. Wir entscheiden uns für letzteres, und fahren durch bis Tiznit. Wir hatten schon in Spanien gehört, dass es dort günstige Wohnmobilreparaturen gibt. Der Riss an der hinteren Stoßstange ist wieder aufgegangen, wahrscheinlich doch bei der Einfahrt auf die Fähre, mal sehen, vielleicht lassen wir es wieder richten.
Auch auf dieser Fahrt bleibt der Atlas im Dunst.
und die andere Straßenseite
In Tiznet gibt es viele Stellplätze und VIELE französische Rentner. Wir entscheiden uns für einen nicht ganz so vollen Platz an Rande der Stadt. Und endlich, nach fast 1000km, die wir schon durch Marokko gefahren sind, gibt es eine Straßenkarte in einem Schreibwarenladen zu kaufen. Wobei es hier oftmals nicht Läden sind, in die man hineingehen kann, sondern eine Art Kioske, nur größer. Wir stehen also an einer Art Theke und der Verkäufer verschwindet in den Tiefen seines Ladens und kommt tatsächlich mit einer französischen Straßenkarte von Marokko zurück. Wir sind glücklich und er ist glücklich, dass er uns glücklich macht und das alles für 30 Dirham (knapp 3 Euro).
Mittwoch ist großer Gemüsemarkt in Tiznit, wirklich groß, wir fahren mit den Fahrrädern hin und der Parkplatzwächter passt natürlich für ein kleines Trinkgeld auf unsere Räder auf. Wir füllen unsere Fahrradtaschen mit Gemüse und Obst, z.B. mit Tomaten für knapp 60 Cent das Kilo. Grundnahrungsmittel kosten für unsere Verhältnisse sehr wenig. Man füllt eine Plastikschüssel, wie die türkis bzw. pinkfarbene im Hintergrund mit der Ware und dann wird gewogen.
So ungefähr zumindest. Oder man bekommt noch eine Zitrone dazu, wenn es noch kein ganzes Kilo ist oder wenn der Verkäufer das passende Wechselgeld nicht hat, eben noch eine Banane. Ich habe erst zu Hause das breite Grinsen des Verkäufers im Hintergrund gesehen.
Vor der großen Markthalle gibt es einen Flohmarkt, der auch nur am Mittwoch auf hat, unter der Woche bleiben viele der Dinge “verräumt” dort stehen, es ist kein Sperrmüll!
Auf den WohnmobilStellplatz kommt auch ein Handwerker, aber es ist ein Friseur und Eckhard lässt sich die Haare schneiden.
Ein anderer bemalt Wohnmobile, das hatten wir auch schon gesehen und haben uns für ein kleines Bild entschieden. Nur haben wir keine Leiter, der Maler auch nicht und so steht der Stuhl auf einer Tonne und Eckhard muss den Stuhl festhalten.
Tiznit ist bekannt für traditionellen Silberschmuck der Berber. Aber mich interessiert weiterhin vor Allem das Thema Gewürze. Ich hatte Aicha Schatz, die Besitzerin des Stellplatzes in Marrakesch, nach einem Tipp gefragt. Ihrer Einschätzung nach ist es Ras el- Hanout, was Kim mir mitgebracht hatte. Heißt wörtlich übersetzt “Kopf des Ladens”, jeder Gewürzladenbesitzer erstellt seine eigene Mischung. So ist es zumindest traditionell, es gibt eben auch die fertigen Mischungen auf den Basaren. Also brauche ich einen Händler, der seine Gewürze selbst zusammenstellt und mahlt.
In dem Souk von Tiznet werde ich fündig. Ich gebe ihm meine Mischung und er stellt alles mögliche zusammen, ein paar Dinge kann ich erkennen, wie Kurkumawurzel, drei ganze Pfeffernüsse, Zimtrinde, Sternanis, Ingwer, Koriander, Pfeffer zum Beispiel, anderes ist mir fremd. Leider habe ich nicht mitgezählt, aber 20 Sorten waren es mindestens. Das alles kippt er in eine der blauen Mühlen, die ihr im Hintergrund sehen könnt. Das Ergebnis riecht bombastisch. Wir kaufen noch frischen gemahlenen Zimt und Kreuzkümmel und ganzen Schwarzkümmel, der frisch zerrieben gut gegen Schnupfen sein soll – die nächste Erkältung kann kommen. Für alles zusammen 45 Dirham – ich kann es kaum glauben, den es sind 350g Gewürze – ob sich dieser Händler zu unseren Gunsten verrechnet hat?
Jetzt muss ich nur noch einen Weg finden, hier mal mein Rezept “marokkanische Birne” mit dem neuen Gewürz auszuprobieren!
Ganz entspannt wars dann doch nicht, der freilaufende hahn hatte sich direkt zum morgen neben unserem womo eingefunden. Ab fünf ist an schlaf nicht mehr zu denken. Und ich dachte bisher, die krähen wenn es hell wird, aber bis mindestens sieben ist es noch stockdunkel. Wir überlegen kurz, ob wir überhaupt noch eine nacht bleiben, da erfahren wir, dass das federvieh umziehen wird zur einer verwandten der besitzer, da der rasen sonst nicht weiter wächst. Hühner sind nun mal tiere, die scharren 🙂
So wirklich lust, wieder eine stadt anzuschauen, haben wir nicht. Aber mehrere tage auf diesem platz zu bleiben auch nicht. Also was machen, wenn man schon in der nähe von marrakesch ist? Wir spazieren mal durch die anlage und kommen mit peter und rita aus reinheim/hessen ins gespräch. Sie sind mit einer gruppe unterwegs. Wollen aber den ganztagesausflug nach marrakesch wegen ihrer hunde nicht mitmachen und fragen uns, ob wir gegen 16 uhr mit ihnen im taxi reinfahren wollen. Das passt doch prima für uns, denn marrakesch ist die vielleicht einzige stadt in marokko, die man besucht, wenn es dunkel wird – wegen des nachtmarktes Jemaa El Fna, der zentrale platz in Marrakesch.
Rund um diesen platz ist eigentlich immer etwas los, denn es schließt sich direkt die medina an. Wir bleiben zu viert zusammen und landen über eine seitengasse in einer der vielen Dachcafes, zwar ohne blick auf den hauptplatz aber trotzdem sehr schön. Dort quatschen wir uns etwas fest, aber was soll´s. Wieder unten im markt werden wir angesprochen, für was wir uns interessieren. Da ich grundsätzlich auf der suche nach dem gewürz bin, dass kim mir im sommer aus marokko mitgebracht hat und ich ein kuchenrezept daraus erstellt habe, landen wir in einem Laden, der auch gewürze hat, aber vor allem öl. Das interessiert mich weniger, wir haben schon arganöl unterwegs gekauft. Aber für 20 dirham kann man eine nackenmassage bekommen. So sitzen wir auf zwei bänken, die männer müssen sich oben rum frei machen, wie er sagt, die frauen dürfen die schultern zeigen, und so werden wir nacheinander massiert und haben viel spaß dabei. Wir landen dann doch noch in einem “richtigen” gewürzladen und eckhard hat es der lose kaffee angetan. Er zahlt wahrscheinlich viel zu viel dafür, naja, aber die verkostung am nächsten tag wird ergeben, dass er zwar teuer, aber gut ist.
Die batterien meiner camera sind leer, so haben wir nur ein foto. Ich werde von peter noch welche bekommen, dann stell ich noch welche ein.
Eigentlich könnte man jetzt noch eine ganze weile auf dem nachtmarkt und in den garküchen verbringen, aber wir müssen zurück zum taxi. Kurz bedaure ich es, aber der abend mit peter und rita war schön und freundschaftlich. Am nächsten morgen verabschieden wir uns herzlich von einander und wir machen uns auf zum Anima- garten von andre heller , 20km südlich von marrakesch. Man fährt direkt auf den hohen atlas zu, aber leider ist es so diesig, dass man die berge nur erahnen kann.
Lieber wolf, du hattest mir den anima-garten empfohlen. Ja, er ist schön, aber DESWEGEN nach marokko zu fahren, nein, es gibt soviel mehr und intensives hier zu erleben.
Aber man kann tolle fotos machen. Jetzt im winter ist es wegen der großen schattenspendenden bäume auch sehr frisch, im sommer bei hitze sicherlich eine wohltat.
der spiegel ist blitzblank
sitzkissen im cafe
Zum richtig weiterfahren ist es dann aber doch schon zu spät und so nehmen wir einen stellplatz bei einem hotel in der nähe, dass aber nur über eine schotterpiste zu erreichen ist. Dafür müssen wir uns das gesamte gelände nur mit einem weiteren wohnmobil teilen.
Ich versuche, mit nur einer hand zu tippen. Irgendwie habe ich die linke hand überansprucht, daher gab es letztens nur bilder und lange keinen text oder rezepte. Und ich werde auf die großschreibung verzichten.
Mit dem thema müll habe ich mich noch weiter beschäftigt, auch einen artikel in der zeit dazu gelesen. “unser” müll ist eben nicht weg, sondern nur fort, in marokko ist er sichtbar. Wer sich für mehr dazu interessiert, hier der Artikel.
Samstag sind wir in Essaouria, eine bunte stadt, groß geworden durch die hippiezeit 1967. wir schlendern relativ früh durch die straßen, finden ein nettes cafe zum frühstück.
Ab jetzt schreibe ich -Eckhard weiter. Christiane macht dabei Frühstück.
Das war es dann dort aber schon für uns. Vielleicht, weil unsere Hippie-Zeit schon hinter uns liegt. Also das Gefühl: Ja, schön hier und ganz bunt – aber was sollen wir hier?
Wir fahren noch Einkaufen:
nein die haben wir nicht gekauft – und dann geht es weiter Richtung Marrakesch. Kurzer Zwischenstopp auf einem Parkplatz in Chichaoua. Es bleibt noch Zeit im Hellen bis Marrakesch zu kommen. Allerdings habe ich, Eckhard, keine Geduld die nicht sofort ersichtliche Parkplatzausfahrt zu suchen und ignoriere ein „Durchfahrt Verboten“ Schild. Nach wenigen Metern hält uns ein freundlicher Polizist an. Es gibt leichte Verständigungsschwierigkeiten, da er andere Worte auf französisch nutzt als ich erwarte … . Nachdem er dann meinen Führerschein hat, gebe ich zu, dass ich falsch gehandelt habe. Dann kommt sein Vorgesetzter und zeigt mir seinen roten Block mit Strafzetteln und ich soll umgerechnet 40€ zahlen. Da wir aber nur noch 5€ in marokkanischer Währung parat haben geht der „Chef“ irgendwo hin um zu veranlassen, dass wir mit Kreditkarte zahlen können. Derweil entspinnt sich ein reges Geplauder mit dem ersten Polizisten, der nächstes Jahr zum Urlaub nach Deutschland reisen will.
Er sagt, wenn es nach ihm ginge dürften wir weiter fahren, aber der Chef will nicht. Und der Chef will auch scheinbar nicht von den 40€ runter gehen. Wir glauben ganz fest daran, dass wir kein Geld bezahlen müssen. Es scheint sehr kompliziert zu sein, die Strafe mit Kreditkarte zu bezahlen. Unsere Geduld ist gefragt. Immer schön locker bleiben. Als ich dann einen 20€ Schein heraushole hat der Chef aus der Ferne wohl doch ein Einsehen und wir dürfen die 20€ behalten. Dann macht der Polizist noch ein Spielchen mit uns: Wir dürfen erst weiter fahren, wenn wir beide barak allahu fiik, was wir von ali gelernt hatten, richtig aussprechen können – heißt „Gott segne dich“. Eckhard ist sehr schnell, aber Christiane verfällt prompt in einen Prüfungsstreß. Der Polizist lacht sich schlapp und lässt uns mit einem “welcome to maroc” weiterfahren.
Die landschaft wird immer wüstenähnlicher. Auch sehen wir die ziegen in den bäumen, als wir anhalten wollen, um zu fotografieren, sehen wir, dass männer neben den baum sitzen und aufstehen wollen, um dafür geld zu bekommen. Wir sind nicht sicher, ob die ziegen auch von alleine in die bäume geklettert wären! So gibt es nur ein vorbeifahrbild.
Als stellplatz für marokko haben wir uns die familie schatz ausgesucht, ein deutsch/marokkanisches ehepaar, die seit vielen jahren Marokko-reisen betreibt und auch einen stellplatz mit einem “schloss”. Hier ihre Seite, wenn es euch interessiert. Wir verbringen einen interessanten abend mit reinhard, der viel zu erzählen hat. 30 jahre marokko-erfahrung. Und als besonderen service bekommt jedes wohnmobil jeden morgen frische brötchen. So starten wir in einen entspannten sonntag!
Heute gibt es einfach mal vorwiegend paar Fotos von unserer Fahrt nach Essaouira, fast alle aus dem Auto raus
Das hier ist eine Schranke nach marokkanischer Art
rechts die Werkstatt, dort sollte das Womo repariert werden, war uns aber zu teuer
Eine Ortschaft unterwegs
Nein, wir sind noch nicht in der Wüste, das ist der Straßenrand der N1:
Wir fahren immer noch N1, das ist nach der Autobahn die größte Straße. Sie geht hier mitten durch einen Markt:
Ein paar Landschaftsbilder
Und auch das ist Realität in Marokko, immer wieder Müll, es wird nichts getrennt gesammelt und es gibt viele wilde Müllberge
Mir fällt es schwer, Abfall, den ich nach Marokko mitgebracht habe, z.B. Tuben, die hier leer werden oder Flaschen, hier zu entsorgen. In Deutschland ist alles so schön sauber und sortiert, und immer auch „weg“. Hier ist der Müll sichtbar. Wir haben auch schon gesehen, wie Menschen am Straßenrand Müllsäcke, die dort lagen, ausgeleert haben, um sie wieder zu verwenden.
Den Begriff haben wir von Ali gelernt. Wir kennen ihn seit Sonntag, als wir in Oualidia, ein Fischerort ca.200km südlich von Casablanca, den Campingplatz nicht gefunden haben. Mit Ali voran auf dem Moped finden wir den Platz ganz leicht. Ali betreibt seit 12 Jahren einen Tajine-Service. Tajjine heißt sowohl das Gericht, als auch der Topf. Er bringt die fertig gekochten Mahlzeiten, die seine Frau zubereitet, zu den Wohnmobilen. Sehr praktisch. Wir bestellen für den nächsten Tag eine mit Fisch. Bei meiner Beschäftigung mit dem Thema „Backen im Wohnmobil“ bin ich drauf gestoßen, dass man auch in der Tajjine backen kann, von daher hatten wir in letzter Zeit schon Ausschau auf Märkten danach gehalten. So bringt Ali mir eine Neue vorbei („wenn Sie wollen, kann ich ihnen alles besorgen“)
unser erster Versuch, noch etwas trocken
gaaanz langsam schmoren
Das ist die von Ali mit Fisch
Über Ali bekommen wir auch noch mehr Einblick in die Art und Lebensweise der Marokkaner. Klar, er will auch Geschäfte machen, er lebt nun mal von den Touristen. Gerade sehe ich ihn an einem neu angekommenen Wohnmobil stehen. Die Art und Weise, wie er die Leute anspricht, ist sehr offen und herzlich, und natürlich gewinnt es, wenn man auf deutsch angesprochen wird.
hier kommt Ali
mit frischen Tajjines
Ali hat auch viele Nachbarn, einer davon kann vielleicht unsere defekte Stoßstange reparieren (ist leider wieder aufgeplatzt), da fahren wir morgen hin. Ein andere Nachbar ist Zahnarzt, da war Eckhard am Montag, sein Provisorium hatte sich gelöst. Das war ein Erlebnis der besonderen Art. Im Nachhinein denke ich, waren wir eher in einer „Praxis“ für Kieferorthopädie, ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sie auf diesem Zahnarztstuhl invasive Behandlungen durchführen, ich jedenfalls würde keine vornehmen lassen. Aber für die Reparatur war es ausreichend. Wir hatten sogar einen „richtigen“ Termin, allerdings haben wir trotzdem fast 1,5 Stunden gewartet. Hier gehen die Uhren eben etwas anders. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Wir haben nämlich fast eine Woche mit der „alten“ Winterzeit Marokkos gelebt. Hier wurde 2018 schon die Winterzeit abgeschafft, so dass im Winter die gleiche Uhrzeit ist wie in Deutschland. Nur die Software unserer Handys hat das nicht mitbekommen. Wir haben uns nur gewundert, dass es schon so früh immer dunkel wurde.
Ansonsten sind die Tage gerade ruhig. Unser Alltagsumgang und Ton hat uns nicht gefallen, daher haben wir Beziehungs-Pflege-Zeiten eingeführt, das tut uns sehr gut.
Und nach gut einer Woche haben wir auch das Gefühl, angekommen zu sein.
Wir stehen seit drei Tagen in Mohamedia, eine Stadt zwischen Casablanca und Rabat. Die letzten Tage waren bestimmt davon, sich zurecht zu finden,. Wir haben festgestellt, das wir stärker gefremdelt haben als wir uns das vorgestellt hatten. Ich versuche mal, unsere inneren Dialoge zu beschreiben. Zum Beispiel kommen morgens Gemüse- oder Fischhändler auf den Campingplatz gefahren, manche zurückhaltend, andere direkt an die Tür. Gerade wieder. Mit einem lautstarken Moped. Total frischer Fisch aus dem Atlantik. Bin ich eher genervt oder freue ich mich, dass ich die Ware vor die Haustüre geliefert bekomme? Bei meinen Eltern kommt auch einmal die Woche der Fischhändler. Aber das ist immer Grund zur Freude, weil es dann frischen Fisch gibt, genervt ist da niemand. Ok, man könnte jetzt sagen, das ist ja auch nicht jeden Tag. Aber bisher hatten wir keine aufdringlichen Verkäufer, wenn man nein sagt, gehen sie auch wieder. Ganz schön konfrontierend, unser Misstrauen zu sehen. Als wollte uns jeder übers Ohr hauen.
Von Rabat sagt man, dass dort in der Medina vorwiegend Einheimische einkaufen gehen und der Fokus nicht auf Touristen liegt. Daher würden die Händler auch nicht die Kunden in die Geschäfte ziehen wollen. Das kommt uns sehr gelegen und so sind wir dann gestern mit Taxi und Zug von unserem Campingplatz aus nach Rabat gefahren. Taxi fahren ist hier sehr günstig, für eine viertel Stunde haben wir 6€ bezahlt.
Im Zug mussten wir stehen, 45 Minuten, und als wir aussteigen, tut mir der Rücken weh und ich will erst mal einen Kaffee trinken. Auch was essen? Nein, vielleicht ein Croissant. Aber welches Cafe? Da gibt es die mit den Touristen und die mit den Einheimischen, in letzteren sitzen aber nur Männer. Können wir uns dort auch hinsetzen? Wir stehen etwas ratlos herum und da kommt uns der Kellner zur Hilfe, zieht zwei Stühle VOR alle anderen und bedeutet uns, die schöne Aussicht zu genießen. Im ersten Moment war es etwas ungewohnt. Zwei Kaffee und zwei Schokocroissant für 3€, das sind wirklich keine Touristenpreise, und sehr lecker. Wir schlendern zum Tour Hassan, siehe Fotos, und genießen die erstaunliche Ruhe dort oben.
Mensch und Tier sind lebendig
Und dann machen wir uns mit der Straßenbahn auf Richtung Medina. Man kann tatsächlich völlig unbehelligt von Kaufanimationen dort durch gehen. Was allerdings völlig verrückt ist, sie bauen und renovieren dort gerade sehr viel. So fahren in all dem Gewusel auch noch Betonmischer! Es ist eine unglaublich Farben und Geruchsvielfalt. Und die Bilder all der Dinge, die ich gesehen habe, waren heute Nacht auch noch da. Gekochte Kamelköpfe zum Beispiel. Erst einmal die „Hauptstraße“ einmal durch und hinten wieder raus, Eckhard kauft sich ein vegetarisches Essen und ich einen Granatapfelsaft. So stehen wir dann wieder an der Promenade. Aber wir haben noch keinen einzigen Teppich gesehen! Das muss schon noch sein. Also wieder einen anderen Gang rein. Es ist relativ leer, es haben auch längst nicht alle Geschäfte geöffnet, die Hauptzeit ist auch erst ab 16 Uhr, jetzt ist es vielleicht 14 Uhr. Und dann trauen wir uns auch in die Seitengassen, da, wo zum Beispiel in ganz kleinen Räumen Näher an ihren Maschinen sitzen. An einem Laden, der nicht größer ist als eine kleine Garage, stehen Menschen bis auf die Straße, es riecht sehr lecker. Es spricht uns jemand auf französisch an, ich verstehe es nicht. Eckhard sagt, er fragte, was wir suchen und da wir nicht suchen, ist er weiter gegangen. Ich bin neugierig und gehe zurück, um zu sehen, was es dort gibt. Dann spricht uns ein Marokkaner auf englisch an, hier gäbe es den besten frischen Fisch, ob ich probieren wolle. Und schon steht er mit mir ganz vorne im Laden, ich bekomme ein Stück Fisch zum probieren und dann kann ich mir das beste „Fischbrötchen“ meines Lebens zusammen stellen. Es sind gebratene Sardinen, sagen sie, aber nicht so kleine, sondern Filets und in der Panade muss ein marokkanisches Gewürz sein. Obenauf nehme ich Tomaten und Zwiebeln und eine süßliche Soße, sehr dezent. Es schmeckt unglaublich. Und wir dürfen nicht selbst zahlen. Sofort meldet sich wieder meine Skepsis, ob wir anschließend nicht doch noch einen Teppich kaufen sollen, beim Cousin. Aber der Mann war beruflich öfter in Wiesbaden, spricht englisch und hat sichtlich Freude, dass wir Deutsche in seiner Heimatstadt Rabat gelandet sind. Und dann ist er auch noch in der Medizintechnik tätig, wir haben natürlich Kontaktdaten ausgetauscht. Völlig beseelt ziehen wir weiter durch kleine Gassen, erstehen noch süßes Gebäck in einer ganz engen Gasse und kommen gerade kauend auf der großen Gasse wieder an, als uns ein Polizist anspricht, ob wir das in dem kleinen Laden gekauft hätten, das wäre ein echt schlechter Laden, er würde den schließen, wenn er könnte. Augenzwinkernd. Ich habe einen kurzen Moment gebraucht, um zu verstehen, dass er uns veräppelt! Und es ihm vielleicht sogar gefallen hat, das wir in der engen Gasse waren.
Für Miri und Kim besorgen wir noch Starbucks Sammeltassen, dazu müssen wir zum neuen schicken Vorstadtbahnhof. Der Kontrast zur Medina könnte nicht größer sein. Viel Glas und Marmor und Stahl, so wie eben moderne Bahnhöfe heute überall aussehen. Auch das ist Marokko. Bis wir wieder zu Hause sind, ist es dunkel. Wir hatten noch ein kurzes Abenteuer, weil wir ins „falsche“ Taxi gestiegen sind. Unser Taxifahrer vom morgen wollte gerne auch die Abendtour für uns machen. Weil er aber nicht zur verabredeten Zeit plus 20 Minuten da war, und ein anderes Taxi hielt und der Fahrer wohl eher geraten hatte, dass wir zum Campingplatz wollen, sind wir eingestiegen. Er fuhr dann aber erst mal in die andere Richtung. Unser eigentlicher Taxifahrer hat dann diesen Taxifahrer angerufen. Woher es das wusste, keine Ahnung. Jedenfalls sind wir nach einer kurzen Rundfahrt in einem uralt Mercedes in dem irrsinnigen Abendverkehr – in den Kreiseln sind oft keine Spuren eingeteilt, es fahren so viele, wie es rein schaffen, dicht an dicht, neben uns ein nagelneuer Tesla – am Bahnhof wieder ausgestiegen, wo „unser“ Taxifahrer mittlerweile auf uns gewartet hat.
Hinterlasst gerne Kommentare, ich freu mich drüber.
Wir werden kurz vor acht wach, trinken entspannt unseren Tee und dann geht Eckhard zur Agentur. Ich schreibe in der derzeit den letzten Artikel, auch um möglichst alles normal zu machen und fest daran zu glauben, dass wir einfach gleich unseren Fahrzeugschein wieder haben. Ich sehe Eckhard schon von weitem wieder zurück kommen, setze meine Brille auf, damit ich es wirklich richtig sehe – er macht den Daumen nach unten. Also heißt es, dass Wohnmobil einmal auf den Kopf stellen und alles zu durchsuchen. Eckhard geht derweil nochmal zu der Stelle, an der wir den Tag zuvor direkt vor der Agentur gestanden haben. Mit jedem Blatt und T-Shirt, dass ich umdrehe und der Fahrzeugschein nicht da ist, steigt meine Panik immer weiter. Eckhard bringt noch eine Kopie des Scheines mit, die Agentur hatte sich eine davon gemacht. Immerhin. Mein Paniklevel ist mittlerweile bei einer Skala von 1-10 bei 9. Das gilt es erst mal in den Griff zu bekommen, all unser Training, mit Gedanken und Gefühlen umzugehen, setzen wir ein. Ich bekomme einen Zugang dazu, dass wir die Reise nicht abbrechen werden (nach Hause, wo soll das sein, außer dem Wohnmobil) und mein Leben auch so weitergehen wird. Letztendlich ist es ein Stück Papier, dass man nachmachen lassen kann und das Ticket gilt bis 22. Januar. Mit etwas klareren Geist gehen wir die Möglichkeiten durch:
wir fahren mit der Kopie und hoffen, dass wir so durchkommen
wir bleiben noch eine Woche in Spanien und besorgen uns Ersatz
Nummer eins schied für mich sofort aus, mein Paniklevel wurde durch den Gedanken sofort wieder erhöht.
Wo könnte dieser Schein den noch sein? Eckhard hatte in der Agentur alle Formalitäten erledigt und ich hatte währenddessen Geld geholt. Als ich zurück kam, war alles schon erledigt. Pässe und Ticket hatte ich eingesteckt, aber war da der Schein dabei? Oder hatte Eckhard ihn in die Hose gesteckt? Mit dem Handy und als er das Telefon raus genommen hat, war da der Schein raus gefallen? Aber das hätte er doch gemerkt! STOPP!
Das ist ja absurd, denn das Wesen von Verlieren ist ja, dass man es nicht merkt, sonst würde man es ja nicht verlieren. Also könnte der Schein im Supermarkt sein?
Eckhard stiefelt sofort los. Ich mache wieder möglichst alles wie immer, diesmal entscheide ich mich für meine morgendliche Mundspülung. Kurz drauf klingelt das Telefon und Eckhard hat die fröhliche Nachricht, dass der Schein tatsächlich beim Sicherheitsmensch im Carrefour abgegeben wurde. Dank der Kopie konnte er auch einfach nachweisen, dass es unsere ist. Ich kann nur etwas merkwürdige Grunzlaute von mir geben, weil ich immer noch das Öl im Mund habe.
Den Wechsel des inneren Zustandes kann ich kaum beschreiben, jetzt ist da nur noch totale Aufregung und Freude. Wir fahren auch direkt los zur Fähre, vielleicht bekommen wir die um 11 Uhr noch, wenn nicht, auch egal. Hauptsache, unsere Papiere sind wieder da.
An der Fähre sehen wir andere Wohnmobile die ca. 1,5 Stunden vor uns losgefahren sind. Und da wir einer der letzten sind, die auf die Fähre fahren, können wir später mit als erste wieder runter. Es ist nämlich eine Fähre , die nur eine Einfahrt hat. Die LKWs fahren rückwärts rein, die kleineren, so wie wir, können in der Fähre drehen. Nur ist die Einfahrtsrampe etwas tückisch. Mit fünf Einweisern stellen sie sicher, dass man nicht am Bodenblech entlang schrubbt.
Wir sind drin. Und dann gleich zur Passbehörde, die an Bord ist. Dazu braucht man Pässe. Die liegen noch im Auto. Eckhard also nochmal schnell runter zum Fahrzeugdeck, dass gerade noch so offen war. Eine viertel Stunde später haben wir unsere Stempel und genießen die Fahrt über die Straße von Gibraltar auf dem Deck.
Nach gut einer Stunde klettern wir wieder in unser Wohnmobil – wirklich klettern, denn die Fahrzeuge stehen sehr dicht- und fahren als einer der ersten fünf Wohnmobile in den Hafen. Was beim Zoll dazu führt, dass wir durch den Scanner müssen. Also nicht wir, sondern das Womo.
Vielleicht sind es die 12 Liter Hafermilch, die auf dem Scanner merkwürdig aussehen, denn es steigt dann auch noch ein Zolbeamter ins Womo und macht zwei Klappen auf, fragt nochmal nach Waffen und Drohen, was wir natürlich verneinen. Vor lauter Aufregung vergessen wir, was danke und auf Widersehen auf französisch heißt. Endlich dürfen wir weiterfahren – zur nächsten Kontrolle!
Runter von der Fähre
Der Scanner
Nochmal ein Beamter, der kontrolliert, ob wir den richtigen Einreiseschein fürs Auto haben, und den mit dem Kennzeichen abgleicht. Haben wir! Dieser Schein ist wichtig, ohne den kommt man mit dem Auto nicht wieder raus, also MUSS ich auf den ganz besonders aufpassen.
Alle, die danach uns anhalten wollen, sind Verkäufer. Darauf waren wir vorbereitet und halten nur an den Geldautomaten an, um uns gleich Dirham zu holen. Viele dieser Tipps hatten wir von den Menschen auf den Campingplätzen in Spanien bekommen.
So auch, dass man am besten bis nach Larache fährt, auf der Autobahn, dort in einen Carrefour geht, der direkt bei der Ausfahrt sein soll, sich eine Simkarte holt und alles, was man sonst noch braucht – in unserem Falle eine Straßenkarte und Batterien für den Fotoapparat, die sind leer und die Akkus gehen nicht. Direkt an der Autobahn gibt es aber einen Marjane, das ist eine marokkanischer Supermarktkette. Also fahren wir weiter, immer weiter nach Larache rein. Nach ca. 3 km hat Eckhard genügend erste Eindrücke davon, was es heißt, mit dem Wohnmobil durch eine marokkanische Stadt zu fahren. Ich werde versuchen, in den nächsten Tagen euch auch Fotos nachzuliefern, mir stand teilweise der Mund offen vor Staunen, welche Fahrzeuge hier fahren. Neben Eselskarren und Dreirädern mit Mopeds gibt es Pkws, die eher mit Klebeband noch zusammenhalten, aber auch schicke neue Wagen. Und alle Fahren mit viel Hupen und ohne blinken.
Also drehen wir am nächsten Kreisel wieder um(das ist übrigens super, mit dem Auto durch Frankreich und Spanien schon gefahren zu sein, denn auch dort nutzen sie diese hervorragende Einrichtung von Kreiseln, wir vermuten, dass der Verkehr sich daher auch so gut wie nie länger staut) und fahren zum marokkanischen Supermarkt. Kurz bevor wir eintreten sagt Eckhard noch: Zum Glück werden sie da jetzt keine Weihnachtsmusik spielen; aber stattdessen gibt es in ohrenbetäubender Lautstärke arabische Musik! Selbst der Verkäufer bei Mobilfunkladen stöhnt über den Lärm, es scheint ein Sonderaktionstag zu sein. Schnell wieder raus. Da wir aber Hunger haben, gehen wir doch nochmal rein, können uns schlecht entscheiden, trödeln etwas rum, was uns später noch zum nächsten Abenteuer führen wird.
Eine Straßenkarte konnten wir nicht erstehen, dafür haben wir jetzt ja wieder Internet und google gibt uns eine Strecke ohne Mautgebühren, sind ja auch nur 40km zum uns empfohlenen Campingplatz. Die ersten 15km sind auch relativ „normal“ und dann biegen wir auf eine „P“-Straße ab. Die ersten Meter macht das auch einen ganz guten Eindruck. Ab dann beginnt ein zweistündiges Fahrabenteuer. Wir fahren durch ein großes Obst und Gemüseanbaugebiet und es scheinen alle Feierabend zu haben. Unzählige Sprinter, in denen ArbeiterInnen sitzen und an den Türen stehen, kommen uns entgegen oder sind hinter uns. Dazu Schlaglöcher, die ihren Namen auch verdient haben, nicht nur Dellen. Der Asphalt ist an den Seiten ausgefranzt, manchmal ist er auch ganz weg. Am Anfang dachte ich, die Menschen, die uns zuwinken, „wollen“ bestimmt was von uns. Nach einigen Kilometern denke ich, kein normales Wohnmobil fährt diese Strecke, die freuen sich einfach nur. Es wird auch noch dunkel und in Marokko haben längst nicht alle Fahrzeuge Beleuchtung. Und dann ist es uns schlagartig klar, das Wohnmobil nicht!:-))
Es ist alles gut gegangen. Wie das mit Abenteuern so ist, im Nachhinein sind es die guten Geschichten, und wir werden uns trainieren, es auch währenddessen zu genießen. Den „Heiligabend“ verbringen wir glücklich bei Tütensuppe und Lebkuchen, und es gibt sogar Geschenke. Eckhard freut sich riesig über ein Glas echt Bautz‘ner Silberzwiebel und ich bekomme eine Dose echte spanische Weihnachtskekse, um die ich in den letzten Wochen immer rum geschlichen bin.
Jetzt ist es Mittwoch, der 25. vormittags, wir werden gleich mal in den Ort laufen, um uns weiter hier zu akklimatisieren.
Abwettern nennt man es wohl beim Segeln. So haben wir den starken Wind und den Regen bis Samstag auch über uns ergehen lassen. Es war nicht weiter schlimm, also nicht so stark wie wohl in anderen Regionen, Aber nach drei Tagen fast nur im Wohnmobil waren wir sehr froh, dass gestern, Sonntag, wieder die Sonne schien und wir Fahrradfahren konnten. Fast vom Stellplatz weg geht eine Vías Verdes, ein Bahntrassenweg und so sah dann unser vierter Advent aus:
Heute morgen haben wir uns dann auf den Weg wieder zurück nach Algeciras gemacht. Jetzt sind wir stolze Besitzer der Tickets nach Marokko. Morgen früh setzen wir über.
Vorher noch einkaufen. In blogs und Foren im Internet haben wir gelesen, dass es auch in Marokko Carrefour, die Supermarktkette, gibt. Nicht an jeder Ecke, so wie hier, aber in den größeren Städten schon. Also gibt es im Prinzip dort auch alles, nur einige Dinge, wie Käse zum Beispiel sind teuer und Alkohol gibt es auch nur wenig zu kaufen. Lebensmittel an sich sind dort sehr billig. Unser Auto sollte auf jeden Fall ein europäisches Öl bekommen, damit es weiter wie geschmiert läuft. Damit auch wir wie geschmiert in den Tag weiterhin starten können, haben wir 12 Liter Hafermilch und 2kg Haferflocken gekauft, dann doch ein Stück Käse und drei Flaschen Rotwein. Ach so, und weil ja Weihnachten ist, eine Packung deutschen Lebkuchen.
So verbringen wir den Abend auf einem Parkplatz in einem großen Einkaufsgebiet, dort ist auch die TicketAgentur. Kurz vor Mitternacht gehen wir schlafen und auf dem Weg dahin habe ich die Frage, wo ist eigentlich der Fahrzeugschein?
Da wo er sein könnte und sollte ist er nicht, also MUSS er noch bei der Agentur liegen, die sich eine Kopie gemacht hat. Ärgerlich, damit scheidet es aus, bei Sonnenaufgang die Straße von Gibraltar zu queren, denn die Agentur macht erst um 8:30 wieder auf. Trotzdem schlafen wir ruhig und fest.
Hier gibt es noch frischen Mangold und im Kühlschrank hatte ich noch Schafskäse, damit war das Abendessen geklärt. Leider müsst ihr zum Nachkochen noch warten, bis es wieder Mangold gibt!
Eine halbe große Zwiebel (oder eben eine kleine) würfeln, in Olivenöl andünsten.
Fünf große Mangoldblätter waschen, den unteren Teil des Stieles schneide ich immer ab, ca. 0,5 cm.
Das Blatt vom Stiel trennen und die Stiele in 1cm lange Stücke schneiden, mit andünsten.
Gewürzt habe ich mit etwas Gemüsebrühe, Curry, Cumin und Salz.
Nach fünf Minuten die gehackten Blätter dazu, etwas Wasser, wenig!
Dann eine halbe Packung Schafskäse dazu und schmelzen lassen.
Ein Schuss Agavendicksaft und eine Handvoll gehackte Cashewnüsse runden das ganze ab.
Dazu gab es rote Linsennudeln. Die Tomaten dienten eigentlich nur der Deko, haben sich geschmacklich aber auch gut dazu gemacht.
Seit Sonntagabend stehen wir auf einem Stellplatz zwischen Sanlucar de Barrameda und Chipiona, das ist nördlich von Cadiz. Sonntag waren wir mit Stellplatzsuche beschäftigt, bei der wir uns auch gehörig verkracht haben. Auf einem Campingplatz gab es für viel Geld sehr kleine Parzellen mit auf Stein geschriebenen Nummern, es hatte den Anklang eines Friedhofs. Schlussendlich haben wir uns dann aber doch entschieden, die 90km weiter zu fahren. An der Atlantikseite Spaniens sind die Stellplätze wesentlich dünner gesät als am Mittelmeer, dafür aber auch günstiger.
Die Wettervorhersage für diese Woche war und ist Regen und Wind, da wir aber sowieso noch eine volle Arbeitswoche einlegen, ist das nicht weiter schlimm. Montag hatten wir ein kurzes, heftiges Gewitter. Dienstag konnten wir den tollen Radweg nutzen nach Chipiona und haben die Bodega besucht. Wir sind ja im Sherry-Anbauland, der hier typische ist Manzanilla, abe leider gab es keinen Probierschluck und das, was wir dann getrunken haben, war ..naja… Es gibt hier zwar auch Tourismus, aber nur in den Sommermonaten und auch fast auschließlich von Spaniern selbst, daher ist die Speisekarte nur auf spanisch. Irgendwie war uns nicht sonderlich nach Experiment, aber Cabra und Miel haben wir verstanden, war auch ganz lecker. Und als zweites Glas hatte ich dann auch etwas SEHR Süsses. Mit einem Kaffee habe ich dann die Heimfahrt gut geschafft.
Mittwoch sollte es auch wieder gewittern und so beschließe ich, nicht Fahrrad zu fahren. Eckhard ist durch einen Hackerangriff auf unsere Firmenwebseite mit seiner eigentlichen Arbeit hintendran und könnte sowieso nicht mit. Also “warte” ich aufs Gewitter. Aber Wettervorhersagen sind nicht immer zuverlässig. So nutze ich die Zeit, die 2kg Tomaten zu verarbeiten, die wir tags zuvor für 1,50€ erstanden haben und Tomatensoße zu kochen.
roh…
und nach zwei Stunden
Um 17 Uhr scheint immer noch die Sonne und wir spazieren eine Stunde am Strand.
Heute morgen kam dann wirklich Regen und Wind, und so sitzen wir im Womo an unseren Laptops. Außer, als der Bäcker, pünktlich um 9:30 kam, da war Eckhard draußen
Aber es sind immer noch 20 Grad im Womo, auch ohne Heizung!